Haithabu
(von altnordisch Haiðaby: Heidewohnstätte), wichtiger Handelsplatz
der Dänen und Wikinger auf der Schleswiger Landenge nahe der Schlei. Nach
archäologischen Befunden (Grabungsbeginn bereits 1900) existierte bereits
um 750 n. Chr. am Ufer des Hadderbyer Noors, nördlich des späteren
Hauptortes eine erste Siedlung, die vermutlich als Umschlagplatz für Handelsware
diente. Im Zeitraum von 800 bis 850 sind in der näheren Umgebung mit dem
Namen Sliasthorpe (später Sliaswich) drei Orte bezeugt, von denen allein
der mittlere im 10. Jahrhundert weiterbestand und sich zum wichtigsten Handelsplatz
Nordeuropas vor Gründung der Hanse entwickelte.
Das mit einem halbkreisförmigen
Wall aus Erde und Holzpalisaden umgebene Gebiet mit der so genannten Altstadt
im Zentrum maß 24 Hektar und beinhaltete zahlreiche Häuser mit umfriedeten
Hofplätzen, wovon eines als Münzstätte identifiziert wurde. Unter
den zahlreichen Funden in der Umgebung befanden sich die Relikte eines geschützten
Hafens, in dem Wracküberreste dreier Schiffe entdeckt wurden, sowie mehrere,
verstreut liegende Gräberfelder. Um 900 wurde das dänische Haithabu
von schwedischen Wikingern erobert; 934 machte es Heinrich I. zum Ostseehafen
des Deutschen Reiches, ehe es Harald Blauzahn 984 wieder Dänemark angliederte.
Mitte des 11. Jahrhunderts wurde Haithabu, das bereits ein halbes Jahrhundert
zuvor seine Stellung als Handelszentrum eingebüßt hatte, teilweise
zerstört und verödete in der Folgezeit. 1985 wurde nördlich des
Grabungsplatzes ein Wikinger-Museum eröffnet.
© Text: Roland Detsch Grafik: Reingard Kühn
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